Der Knebel der Lust – Der Reiz von Ballknebel, Spidergag und Co
Der Knebel der Lust – Der Reiz von Ballknebel, Spidergag und Mundspreizer
Autor*in: Julia
Die brünette Sub trug einen Ball-Gag, der straff um ihren Schopf gebunden war. Dieser war ungefähr 6-7 cm im Durchmesser, aus rotem und hartem Gummi und mit einem schwarzen Lederriemen fest in ihrem Mund fixiert. So einen großen Ballknebel hatte ihr der Herr bisher noch nicht angelegt oder an ihr angewandt. Ebenso war auch der Plug neu, welchen sie in ihrem runden und sinnlichen Hintern trug. Dieser war groß, damit er nicht wieder herausgleiten konnte, während sie ihres Herren Torturen aushalten musste. So war der Plug sicherheitshalber mit einem speziellen Ledergeschirr fest an der dafür vorgesehenen Stelle positioniert…“
Wer findet die folgende Vorstellung nicht erotisch?
Eine spannende Auswahl an Knebeln reizt zu allerlei lustvollen Spielvarianten und eröffnet eine unglaublich vielfältige Welt an aufregenden Möglichkeiten. Doch warum kann das Aufgreifen dieser das Liebesleben auf ungeahnte Art und Weise bereichern? Was bildet den Kern der Erregung im Hantieren mit Knebeltüchern, Mundspreizern und Konsorten? Zunächst einmal wäre es wichtig zu erwähnen, dass Knebeltoys nicht ausschließlich positive Reaktionen hervorrufen können. Auch Angst- und Beklemmungsgefühle können bei den devoten Personen entstehen allein schon beim Anblick dieser und in intensiver Form während dem aktiven Tun.
Einem Knebel kommt außerhalb der Welt des BDSM keine besonders angenehme Rolle zu. Einem Menschen den Mund zu verschließen schränkt dessen persönlichen Aktionsspielraum extrem ein. Auch können dadurch Panikattacken begünstigt werden, da durch den Mund erschwert bis keine Luft geholt werden kann. Eine reduzierte Atemzufuhr kann nicht ausschließlich als reizvoll empfunden werden, gerade wenn sich noch die Nase verschließt. Von daher ist ein sehr nahes Begleiten eines Geknebelten sehr wichtig und absolut notwendig. Diesen unbeaufsichtigt zum Beispiel in den Kofferraum zu packen oder in den Schrank kann mitunter zu gefährlichen Situationen führen und wäre nur zu empfehlen bei einer konsequenten Vitalwerteüberwachung währenddessen.
Nun gibt es jedoch auch Menschen, die die Knebelung ihres Mundes und Mundbereichs als sehr erregend empfinden. Einerseits kann der befüllte und ausgestopfte Mund große Glücksgefühle hervorrufen, welche direkt die Säfte fließen lassen. Manchmal finden sich auch Parallelen im Empfinden, wenn auch der intensive Oralverkehr und Deepthroat favorisiert werden. Die verminderte Luftzufuhr unterstützt diese Euphorie zudem.
Weitere Komponenten neben den organisch erlebten Sinneseindrücken sind die mentalen.
Viele Menschen werden mit einem Knebel auch mit ureigenen Scham- und Ekelgefühlen konfrontiert und werden dazu angehalten, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Schon in der frühesten Kindheit werden im Rahmen der Erziehung und Sozialisation darauf hingearbeitet, ein adrettes und gepflegtes als auch sauberes Erscheinungsbild nach außen zu transportieren. Bei einem verschmierten Gesicht oder bei dreckiger Kleidung erfahren die Kinder Schelte und Konsequenz.
Nun bricht die Knebelung mit diesen Erziehungsinhalten und tangiert naheliegende Tabus, in dem Sub durch diese zu sabbern anfängt und sich selbst beschmutzt.
Diese Tatsache kann als sehr beschämend und gleichsam für den dominanten Part als extrem lustvoll wahrgenommen werden. Auch der Optik kommt hierbei viel Bedeutung zu. Wenn ein Ball oder Tuch oder auch (aufblasbarer) Dildo daran hindert, den Mund schließen zu können, läuft der Speichel früher oder später aus diesem – ob Sub möchte oder nicht. Diese entwürdigende Momentaufnahme kann den Puls beider Parteien in ungeahnte Höhen treiben.
Eine süffisante Steigerung des Ganzen kann mit einem sogenannten Mundspreizer oder einem Ringknebel erreicht werden. Hierbei kommt neben den aufgezählten Faktoren noch ein weiterer hinzu: Der Mund kann benutzt werden, wann immer es der dominante Part wünscht. Auch können dem devoten Part (Körper-) Flüssigkeiten ohne die Möglichkeit der Kontrolle der Schließung des Mundes zugeführt werden. Diese äußerst reizvolle zusätzliche Option kann somit zu einem besonderen Highlight der Session werden.
Zu empfehlen für einen organisatorischen Rahmen wäre in dieser Begebenheit vielleicht ein Lacklaken, damit Teppiche, Polster und pflegeintensive Bettwäsche geschont und nicht zuletzt unwiderruflich ruiniert werden. So kann die triefende Spucke als auch der warme Urin bei einer exquisiten Mundbefüllung uneingeschränkt und sorglos genossen werden, denn ein böses Erwachen braucht in dieser Hinsicht hinterher niemand.
Zu bedenken sei bei all diesen Spielfacetten auch das Nachwirken solcher erlebten Momente.
Gerade wenn tiefe Bewusstseinsschichten angerührt werden, wäre es für Sub vermutlich schön, diese im Aftercare in den Nachgesprächen aufgeführt zu wissen. Auch für Dom können diese Reflektionen sehr hilf- und lehrreich sein und seiner persönlichen Verarbeitung des Erfahrenen dienen. Des Weiteren können diese Besprechungen Kompass sein für die weitere Führung des Untergebenen.
Wie bei allen anderen Interaktionen bildet auch bei Knebelspielen das beidseitige Einvernehmen die Basis ein jeden Miteinanders. Auch wenn pikante Überraschungen verführen können, sollte in der Ausübung mit ihnen grundsätzlich sensibel umgegangen werden, um den Sub nicht zu überrumpeln. Grenzgänge als auch Grenzerfahrungen können sinnvolle als auch wichtige Meilensteine in der Entwicklung von Sub und Dom sein und die Verbindung zwischen beiden noch mehr festigen und stärken. Genauso können aber auch rücksichtslose Nichtbeachtung von Tabus oder die Entstehung von Gefahrensituationen Vertrauen bröckeln lassen oder gar für immer zerstören.
Und ihr wisst ja, ein zerfallener Spiegel reflektiert das Licht nur noch gebrochen.