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Pegging - Ein außergewöhnliches Rollenspiel

Abbildung Frau mit Strapon

Die Spielvariante Pegging

Autor*in: Julia

Pegging ist ein modernes und noch relativ neuartiges Wort, welches eine sehr alte Spielpraktik umschreibt: Das anale Penetrieren des Mannes mit einem Strapon durch eine Frau. Die Frau schenkt dem Mann auf diese Weise Analsex. Es kann jedoch auch Pegging genannt werden, wenn es keine Frau ist, die den Strapon trägt und Freuden schenkt. Erstmals 2001 erschien dieser Begriff in Amerika, doch sicherlich reicht diese angewandte Praktik bis in das alte Ägypten zurück. Auch ist leicht vorstellbar, dass die erfinderischen und experimentierfreudigen Griechen auch die Vorzüge eines abnehmbaren Phallus kannten und anwandten.

Was ist der Reiz beim Pegging?

Pegging bietet vielerlei Reize und verspricht ein aufregendes Erlebnis für beide Beteiligten zu werden. Der Mann wird durch diese Praktik an der Prostata stimuliert, was ihm sehr intensive und fantastische Orgasmen verschaffen kann. Für die Frau, die mit dem Strapon penetriert, kann dies ungeahnte emotionale Gefühle hervorrufen. Es findet ein Rollentausch und Machtwechsel statt. Die Frau, die es sonst von Natur wegen gewohnt ist, penetriert zu werden, dreht den Spieß um und kann in eine sehr aktive und führende Rolle treten. Dies muss nicht unbedingt Dominanz meinen, doch es kann für eine Frau durchaus ein erhabenes Gefühl sein, einmal penetrieren zu können.

Abbildung Strapons

Manche Strapons haben einen innen liegenden Vibrator für die Frau, sodass es gar nicht selten vorkommt, dass die Frau beim Pegging durch die Vibrationen sehr gut einen Höhepunkt erreichen kann. Diese Vibrationsfunktionen können je nach Vibratormodell unterschiedlich intensiv eingestellt werden und abwechselnd oder miteinander laufen. Je nachdem wie es die Frau genießen möchte, können dabei klitorale, vaginale oder anale Stimulationen miteinander oder unabhängig voneinander in Aktion sein. Zudem gibt es je nach Wunsch und Gefallen auch die Möglichkeit der aufpumpbaren Dildos in Strapons. Der Lust von Mann und Frau sind hierbei kaum Grenzen gesetzt, zumal der Mann von einer integrierten Vibrationsfunktion ebenso profitiert, da sich diese Schwingungen auf seinen Anus und Körper beim Penetrieren übertragen.

Doch unabhängig vom Geschlecht und der sexuellen Gesinnung kann Pegging allen Menschen sehr schöne und erregende Momente verschaffen. Manche Männer fürchten diese Sexualpraktik, da sie Bedenken haben, sie könnten für homosexuell gehalten werden. Gerade der eigenen Frau oder Partnerin gegenüber sind Männer oftmals sehr gehemmt, offen über dieses Bedürfnis zu sprechen, von ihrer Freundin einmal anal penetriert zu werden. Dabei ist Pegging ein anderes Gefühl als das bloße Einführen eines Dildos. Bei der Frau muss je nachdem erst einmal ein Gefühl dafür entstehen, mit welchen Bewegungen aus der Hüfte herausgestoßen werden kann, um dass es für den Mann angenehm ist. So banal das klingt, ist dies nicht so einfach mitunter. Gerade der Einführwinkel ist dabei sehr entscheidend, ebenso wie der Winkel beim Zustoßen. Die Frau spürt natürlich das Glied nicht. Somit muss sie sehr nah beim Mann währenddessen sein und auf ihn achten und auf seine Reaktionen eingehen, um ihn nicht unabsichtlich zu verletzen. Anale Verletzungen wie zum Beispiel kleine Risse durch ein ungünstiges Eindringen können im Nachhinein äußerst unangenehm sein und auch das gegenseitige Vertrauen schwächen und nicht zuletzt sehr unsicher werden lassen. Lasst es nicht soweit kommen, denn das wäre sehr schade um diesen wundervollen Genuss.

Ganz wichtig ist natürlich die Verwendung von Gleitgel, denn der Anus produziert selbst kein eigenes Körpersekret. Bevor Ihr hierbei Experimente startet, gebt lieber etwas mehr Geld aus und besorgt Euch ein gutes, geprüftes und pflegendes Gleitgel; der Mann wird es Euch danken. Spart auch nicht an der Menge. Je mehr Gel Ihr verwendet, desto leichter gleiten die Bewegungen. Die Dicke und das Gefühl von ausgefüllt sein wird er dennoch ausreichend spüren. Am besten bereitet Ihr Euren Partner vor dem Pegging ausreichend auf die Penetration vor. Startet hierbei mit einer Massage der Pobacken, der Innenseiten der Oberschenkel und gerne auch des Hodensacks und der Peniswurzel. Dabei wird er sich sichtlich entspannen und seine Muskulatur lockern. Diese Entspannung wird ein leichteres Dehnen des Anus und somit Penetrieren ermöglichen.

Nach der Massage streicht Ihr erst über die Rosette, um dann vorsichtig mit einem Finger einzudringen. Bewegt dabei Euren Finger ganz behutsam vor und zurück. Wenn Ihr den Finger in voller Länge eingeführt habt, könnt Ihr die Muskelaktivität im Darm Eures Gegenübers spüren. Eurem Partner so nah zu sein, kann sehr aufregend anmuten. Manche Paare bevorzugen zuvor eine Intimdusche oder einen Einlauf zur Reinigung, um nicht mit Kot konfrontiert zu werden. Dieses bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Warum ist Pegging für den Mann erregend?

Der G-Punkt der Frau ist weitläufig bekannt. Bei Männern gibt es anatomisch gesehen diesen besonderen Erregungspunkt auch; dieser nennt sich der P-Punkt, abgeleitet von Prostata. Für Männer gibt es nur eine Möglichkeit, diesen Punkt im Körper zu erreichen, nämlich über den Anus. Der Prostata wird nachgesagt, eines der empfindsamsten Organe beim Mann zu sein und zudem Orgasmus-Garant vom Feinsten. So manch einer schwärmt von den Höhepunkten, die durch die Stimulation der Prostata herbeigeführt wurden. Die Prostata ist ungefähr walnussgroß und liegt direkt unterhalb der Blase. Ein Dildo erreicht den P-Punkt der Prostata, von daher kann Pegging so sehr begehrenswert sein. Die Prostata schwillt übrigens bei Erregung an. Von daher ist auch dafür ein Vorspiel gut für den Mann, denn beim Penetrieren und auch mit bloßem tief eingeführten Finger lässt sich somit dieses Organ leichter ertasten und stimulieren.

Psychologisch gesehen kann Pegging unglaublich viele neue Facetten in Eurem Liebesspiel integrieren und aktivieren. Die Frau kann bestimmter auftreten und erfährt einen machtvollen Rollentausch. Sie kann Tempo und Rhythmus vorgeben, welches sonst Aufgabe des Mannes ist. Dabei agiert sie autonom und gibt den Weg vor. Dieses erleben viele Frauen als sehr angenehm und aufregend zugleich. Männer hingegen genießen es in diesem Moment, einmal die Führung abgeben und sich komplett fallen lassen zu können. Gerade wenn der Mann immer im Alltag der Macher sein muss, kann er Pegging als sehr entspannend auch von dieser Komponente aus betrachtet erleben. Auch für Paare der Submission innerhalb eines BDSM-Rahmens kann Pegging sehr reizvoll sein. Der Rollenwechsel erlaubt es beiden, für kurze Zeit einmal gänzlich andere Rollen einzunehmen. Gerade der devote Part erfährt durch den Richtungswechsel einmal eine andere, dominante Seite und kann sich somit auch besser in diesen hineinversetzen. Beide konzentrieren sich sehr auf die Bedürfnisse des anderen, was wiederum zu einer besseren und wieder aktiveren Kommunikation untereinander führen kann.

Natürlich kann Pegging auch wunderbar in einen Spielrahmen eingebaut werden, um dieses noch vielschichtiger zu erleben. Wichtig ist immer ein gutes Absprechen vorweg, damit alles in beidseitigem Einvernehmen geschieht. Auch über den Mann darf dabei nicht hinweg gegangen werden. Experimentiert ruhig mit den Positionen, probiert aus und traut Euch zu spielen. Benutzt ausreichend Gleitgel und wählt die Größe des Strapon-Dildos zu Beginn nicht zu groß, damit sich der Anus des Mannes auf die Penetration einstellen kann. Investiert in gutes und erprobtes Spielzeug und geht vorher ruhig gedanklich die Situationen durch. So habt Ihr beide mehr Sicherheit und Spaß bei der Sache. Entspannt Euch und genießt die Reise in dieses Land der vielseitigen Möglichkeiten.

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