Spanking Session
Die Spanking-Session als Teil des BDSM-Spiels
Wir gehen hier davon aus, dass Spanking in eine gemeinsame Session eingebaut und nicht als Strafe im BDSM-Kontext genutzt wird. Wenn eine Person neu in der BDSM-Welt ist, kann ein zu heftiges Spanking schnell alles zerstören, was vorher an Vertrauen aufgebaut wurde. Vor allem der aktive Part muss sich erst mal vortasten und lernen, was Subbie zugemutet werden kann. Andererseits ist es möglich, dass Sub mehr möchte, als Dom zu geben bereit ist (z.B. weil Dom die Sorge hat, Sub ernsthaft zu verletzen). Auch das ist ein Lernprozess für beide Seiten, der nur angestoßen wird, wenn beide darüber reden.
Schmerz ist immer anders
Jeder Schmerz ist anders, und zwar in jeder Session. Mal verträgst du mehr und manchmal weniger. Das wiederum bedeutet, dass sich Dom jedes Mal auf eine andere Situation einstellen muss. Der Schmerzpegel ist übrigens bei Erregung höher. Also heißt das Paradoxon: willst du stärker schlagen, dann sollte die Session nicht mit Spanking beginnen.
Wohin soll ich nicht schlagen?
Tabu sind der Bereich zwischen Hüfte und Rippen. Das Peitschen auf Hoden ist für die meisten Personen nicht erotisch umsetzbar. Das Schlagen mit der flachen Hand auf Bauch oder vorsichtig auf die Hoden jedoch ist möglich. Auch auf Gelenke wird nicht geschlagen! Kniekehlen und Armbeugen sind daher nicht der richtige Ort dafür.
Wohin kann ich schlagen?
Außer dem Po eignen sich die Schultern, der obere Rücken, die Oberschenkel. Vor allem die Innenseiten der Oberschenkel sind oft interessant empfindlich. Ebenso die Fußsohlen. Auch die Brust ist für leichte Schläge mit einem kurzen Flogger oder der Handinnenfläche meist sehr empfänglich ;o) - aber ihr solltet viel Vorsicht walten lassen.
Womit kann ich schlagen?
Der Hintern muss erst mal aufgewärmt werden. Das geht mit der flachen Hand, die richtig eingesetzt auch ganz schön schmerzen kann, aber überwiegend keine länger sichtbaren Male setzt. Oder mit einer Gummipeitsche, die eine Vielzahl langer, dünner und weicher Enden hat. Geschlagen wird etwa mit den Enden der Peitsche, indem diese gedreht werden (also propellerartig aus dem Handgelenk). Und zwar so lange, bis der Po schön rosa ist. Wichtig ist es, nicht immer auf den gleichen Fleck zu schlagen! Die Schlagstärke kann hier variieren, von soft bis hart und wieder zurück. Wichtig ist es, locker zu bleiben, nicht verkrampft zu schlagen und nicht gleich den ganzen Arm in Bewegung setzen, da sonst unweigerlich zu viel Energie auf den Hintern auftrifft.
Zwischendurch fühlt Top immer mal wieder durch Streicheln über den Po, wie sich der Hintern anfühlt. Zum einen stellt das den Kontakt zu Sub her und zum anderen merkt Top, wann zu schlagkräftigeren Mitteln gegriffen werden kann. Ist die Betriebstemperatur erreicht und der Po sanft gerötet ist, kann’s weitergehen.
Und wozu der Aufwand des Aufwärmens?
Gut durchblutete Haut reagiert anders als kaltes Gewebe. Die kommenden Schläge werden leichter verdaut, du kannst länger schlagen oder geschlagen werden, ohne dass die Haut aufplatzt und blutige Striemen folgen.
Paddel und Klatschen
Jetzt kann z. B. ein Paddel oder eine Klatsche zum Einsatz kommen: Diese Klatschen haben breite, flexible Oberfläche, meistens aus Gummi oder Leder. Sie sind laut, tun aber auch nicht furchtbar weh, sofern sie keine Spikes oder Nieten haben ;). Interessant ist es, die Klatsche von unten nach oben zu schlagen, also entgegen der eigentlich üblichen Richtung, hauptsächlich an den Pobacken.
Gerten
Nun kann die Gerte folgen. Wichtig ist, nicht gleich zu stark zuschlagen, sondern sich langsam heranzutasten. Schön geht das, wenn Sub mit zählt. Kommen die Zahlen leicht und locker von den Lippen, ist noch viel Spiel nach oben möglich. Wenn nach dem Schlag erst mal die Luft eingezogen wird und die Zahl durch die zusammengebissenen Zähne geflüstert wird, dürfte man bei der Stärke nach oben nicht mehr viel Raum haben ;-)
Man kann eine Gerte wedeln, sodass nur die Lederlasche auf den Po auftrifft. Du kannst die Gerte auch als verlängerte Hand nutzen und damit streicheln, Sub sanft den Kopf anheben, um sich in die Augen zu schauen. Man kann allerdings auch derber sein mit diesem Instrument. Wichtig ist: Nur mit der Lasche zuhauen und nicht den Stock an sich auf dem Hintern platzieren.
Probiert mal verschiedene Bauarten aus, sie unterschieden sich stark und viele haben ganz unterschiedliche Reize. Besonders empfehlen wir die Military, die sehr vielseitig ist.
Peitschen
Peitschen gibt’s gar viele:
- Welche mit weichen, breiten Leder- oder Gummibändern, die viel Lärm machen (Nachbarn!!), aber nicht schmerzen. Je dünner und je weniger Bänder an der Peitsche sind, umso weniger verteilt sich die auftreffende Schlagwucht. Und desto größer ist der Schmerz.
- Dann gibt’s die Singletails und Bullwhips, das sind (Leder-)Peitschen in unterschiedlichen Längen, mit nur einem Ende
- Und dann gibt’s da noch die Katzen: eine Peitsche mit mehreren geflochtenen Lederstränge mit Enden, welche meist verknotet sind.
Schlage auch hier nicht mit der kompletten Breitseite drauf. Taste dich an den Körper und seine Leistungsfähigkeit heran. Dom kann also auch hier wieder die Peitsche in der Hand drehen, damit nur die Enden auf den Körper treffen und nicht zu sehr auf den seitlichen Oberschenkel und um die Hüfte herum auf den Bauch. Das tut richtig weh und gibt oft blaue Flecken. Es kann trotz großer Vorsicht auch später immer mal passieren.
Die Hiebe mit der Peitsche sollten nicht immer auf die gleiche Stelle treffen und gezielt landen. Als Tipp: du kannst ein Kreuz mit Schneiderkreide auf ein Kissen zeichnen und versuchen, das auszuklopfen.
Wenn Top seinen Rhythmus und den von Sub gefunden hat, kann man die Intensität der Schläge steigern und auch mal einzelne, härtere gezielte Hiebe setzen.
Abwechslung bei der Schlaghand und in der Schlagrichtung kommt bei Sub ganz anders an als eine immer gleiche Schlagfrequenz.
Wie geht's? - Achte auf Sub
Zwischendurch ist es wichtig (wie bei allen Sessions), immer wieder zu schauen, wie es Sub geht, du kannst Subbie einfach mal streicheln, fragen, ob alles okay ist usw. Und natürlich können hier auch zwischendurch andere erogene Zonen stimuliert werden ;-)
Rohrstock und Butterbrettchen
An Schlaginstrumenten gibt’s außerdem noch den Rohrstock auf den in einem separaten Beitrag eingegangen wird und unser allseits beliebtes und begehrtes Butterbrettchen. Zu diesem miesen, kleinen, unscheinbaren Vertreter ist zu sagen, dass es wirklich mit Vorsicht anzuwenden ist. Ein Schlag aus dem Handgelenk, bei dem der Arm gar nicht bewegt wird, kann schon ungeheuer schmerzen, da die Luft zwischen Po und Schlaginstrument hier zwischen den Rillen des Brettchens entweicht. Der witzige Effekt ist, dass keine Spuren bleiben, der Hintern aber noch eine ganze Zeit lang damit zu schaffen hat, was sich auch beim Sitzen am nächsten Tag noch bemerkbar machen kann.
Der Ausklang
Wichtig ist auch der Chill-Out wie bei jeder anderen Session oder ein ruhiger Übergang zu weiteren Aktivitäten. Gerade nach einer Flagsession muss Sub erst mal wieder Boden unter den Füßen gewinnen, bevor der Alltag wieder Einzug hält.