Subdrop
Subdrop – das Stimmungstief nach dem Höhenflug
Subdrop - was ist das?
Als Subdrop wird im BDSM-Kontext ein Stimmungstief bezeichnet, das bei manchen Personen nach einer BDSM-Session einsetzen kann. Dieser emotionale Zustand kann kurze Zeit, Stunden oder Tage nach der Session auftreten und entsteht durch Nachlassen der Endorphine.
So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich kann sich der Subdrop anfühlen. Manche Personen haben diese Probleme nie. Jedoch solltest du wissen, woran es liegen könnte, wenn sich so eine gefühlsmäßige Schieflage einstellt.
Subdrop - warum passiert das?
Während einer Session werden durch die Emotionen und die körperlichen Anstrengungen und Empfindungen viele Stoffe wie Endorphin, Dopamin und Adrenalin freigesetzt. Diese Glückshormone, wie die Neurotransmitter genannt werden, lindern Schmerzen und bringen Sub in den sogenannten Subspace, der wohl mit dem „Runner‘s High“ (Läuferhoch) verglichen werden kann. Das ist ein schmerzfreier und euphorischer Gemütszustand, bei dem Sporttreibende das Gefühl haben, endlos weiterlaufen zu können. Man vergisst Zeit und Raum und lebt nur im Hier und Jetzt.
Nimmt die Menge der Neurotransmitter nach der Session ab, kann es zum Subdop kommen.
Subdrop - Welche Symptome?
Die vorübergehenden Symptome sind meist emotionale Reaktionen:
- Depressive Zustände
- Erinnerungsschwierigkeiten
- Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen
- Traurigkeit
- Ängstlichkeit
- Gereiztheit
- Einsamkeit
- Unruhe
- Pessimismus
- Übermäßiger Appetit
- Appetitlosigkeit
- Schlaflosigkeit
- Müdigkeit
- Schuldgefühle
- Wertlosigkeit
- Hilflosigkeit
- Hoffnungslosigkeit
- Inneres Gefühl der Leere
- Kopfschmerzen
- Krämpfe
Manchmal wird die Zugehörigkeit zur BDSM-Szene oder sogar die (BDSM)-Beziehung infrage gestellt.
Subdrop - nur psychische Probleme?
Der Subdrop kann auch physische Reaktionen hervorrufen, wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Zittern und / oder ein Kältegefühl.
Das Rezept gegen Subdrop: Aftercare
Überlege dir als aktiver Part, wie du Sub ggf. unterstützen kannst. Die Nachsorge beginnt nach der Session. Hilf Sub, den Subspace langsam zu verlassen und beendet eine Session nicht überstürzt. Wenn die Session heftig war, gehört auch die Pflege von Wunden oder Prellungen dazu.
Nehmt ein Bad oder eine warme Dusche an, kuschelt zusammen und redet drüber. Wenn es nicht sofort geht, vielleicht ein paar Tage danach. Wichtig ist, dass Subbie den Energiehaushalt auffüllt. Essen, Trinken, Schlafen können helfen. Manchen Schokolade. Manchen eine Wärmflasche oder auch eine Gewichtsdecke.
Endorphine helfen in den meisten Fällen auch, da der Subdrop ja ein Endorphinmangel ist. So kann durch Kuscheln Oxytocin freigesetzt, der Duft echter Vanille setzt Dopamin und Serotonin frei. Pepperoni und andere scharfe Speisen enthalten Capsaicin, auch dadurch können Endorphine und Dopamin freigesetzt werden. Ein Waldspaziergang oder Yoga können auch zur körperlichen und seelischen Wellness beitragen.
Gibt es einen Dom-Drop?
Selbstverständlich kann auch der aktive Part einen Höhenflug beim BDSM erleben und genau so kann der dominante Part einen Domdrop erleben.
Allem Anschein nach passiert so ein Drop eher dann, wenn du es nach der Session eilig hast, zu den Eltern zum Essen musst, den Zug nach Hause erreichen musst und die Session also keinen sanften Ausklang nehmen konnte, das haben wir bereits beim Subdrop erfahren. Es kann auch sein, dass du aus anderen Gründen unmittelbar aus dem Spiel gerissen wurdest und zu schnell auf dem Boden der Tatsachen und der Realität gelandet bist.
Wichtig ist, darüber zu reden, wenn es zu einem Drop kommt. Vielleicht kann man das nächste Mal anders am Ende der Session achtsamer agieren. Und du weißt zumindest, warum der Partner / die Partnerin auf einmal so unverständlich reagiert oder abweisend ist.
Übrigens kann es auch nach richtig gutem Sex zu diesem Gefühl kommen, eben wie beim Laufen. Der Drop ist also nicht auf BDSM-Sessions beschränkt.