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Erfahrungen bei der Nacht der O

Submissive Frau kniet vor ihrem Mann, der ihr Kinn sanft nach oben hält, damit sie ihm in die Augen schaut

Gastbeitrag von Stefanie

Meine Erfahrungen bei der Nacht der O

Viele von euch kennen mich, Stefanie, bereits aus meinem Beitrag zur Ehehure, die in einer erotisch gelebten Ehe ihren Platz gefunden hat. In der sexuelle Hingabe nicht Schwäche bedeutet, sondern tief empfundene Freiheit und Stärke. Oft wurde ich nach Veröffentlichung des Beitrages zur Ehehure, gefragt: Warst du schon bei der Nacht der O? Und ja – ich war einige Male dort. Jetzt möchte ich erzählen, wie sich dieses außergewöhnliche Erlebnis für mich als 41- jährige Frau anfühlt.

Viele stellen sich solche Veranstaltungen wie aus dem Film „Die Geschichte der O im Schloss Roissy“ vor – verrucht, nur der Luxusgesellschaft vorbehalten. Doch was ich dort erlebte, war das genaue Gegenteil: ein kultiviertes, erotisch aufgeladenes Zusammenspiel aus Disziplin, Vertrauen und befreiter geiler Sinnlichkeit. Die Nacht der O ist ein Ort, an dem sich ausschließlich devote Frauen – sogenannten O's – und dominante Herren begegnen. Es ist kein gewöhnliches Treffen, sondern ein Ritual in Form einer organisierten Veranstaltung. Zumeist in einem Schloss oder speziellen Club. Ein Spiel mit klaren Regeln, Ästhetik und Respekt – und einer untergründigen Spannung, die von Beginn an in der Luft knistert. Die Kleidung ist vorgeschrieben. Die Herren erscheinen in eleganten, dunklen Anzügen, stets mit Krawatte – stilvoll und selbstbewusst. Wir Frauen kleiden uns sinnlich und leicht zugänglich. Körperbetont. Ohne Slip. Oft sogar fast nackt. Der Hals ist geschmückt mit einem Lederhalsband, die Leine ruht sanft auf meiner Haut – ein Zeichen der Zugehörigkeit, nicht der Unterwerfung. Die Leine berührt vorab nur mein Mann.

Folgende Regeln gelten für die Frauen:

  • Alle Herren werden respektvoll mit Sie angesprochen
  • Die O´s schauen den Herren nicht direkt in das Gesicht
  • Die O sitzt immer zu Füßen des Herren
  • Die Frauen sorgen für das Wohlbefinden des Herren
  • Der Schambereich sollte immer leicht einsehbar sein
Frau mit venezianischer Maske und goldenen Ohrringen steht neben ihrem Mann, der eine glatte Maske mit Augenausschnitten und einen Anzug trägt

Verfügbarkeit für andere Männer

In der Welt der „Nacht der O“ liegt die Lust nicht nur im Körperlichen – sondern im Spiel zwischen Führung und Freiwilligkeit. Genau das was ich mag. Als O bin ich Teil eines Rahmens, in dem die sexuelle Verfügbarkeit für fast jeden nicht erzwungen wird, sondern gewählt. Grundsätzlich steht jede O den anwesenden Herren offen gegenüber – als Möglichkeit, nicht als Verpflichtung. Es ist der eigene Herr, der entscheidet, ob und wann ich mich einem anderen Mann hingebe. Er ist mein Zentrum. Doch auch wenn ich ihm folge – mein letztes Wort bleibt immer das meine. Und mein Mann kennt meine Vorlieben. Wenn ich das Safeword spreche, gelten nur noch meine Regeln. Würde mein Mann das vereinbarte Codewort ignorieren, wäre das ein gravierender Vertrauensbruch. Das Ende sexueller gemeinsamer Abenteuer und die grundlegende Frage die Beziehung zu beenden. No excuses! Wahre Hingabe lebt nur dort, wo auch Grenzen respektiert werden.

Für neue Teilnehmerinnen – die sogenannten Novizinnen – gibt es ein optisches Kennzeichen in Form eines roten Armbands. Es signalisiert behutsame Annäherung. Vor jeder Veranstaltung erhält jede O einen Neigungsbogen. Was mich reizt – und was gar nicht geht. Kein Wunsch ist zu klein, kein Tabu zu groß. Der eigene Herr und fremde Herr nehmen diese Wünsche ernst. Er kennt meine Linie.

So läuft die Nacht der O ab – Erfahrungsbericht einer Frau

Die Nacht der O ist kein Spektakel für Zuschauer – sie ist eine Einladung. An die Sinne und meine sexuellen Wünsche. Wer hierher kommt, bringt nicht nur Lust mit, sondern auch Respekt. Es ist kein Spielplatz für Neugierige oder Neureiche, sondern ein Raum für Eingeweihte mit Regeln. Auf zwei bis drei Paare kommt zumeist ein einzelner Herr – die Balance aus Verfügbarkeit und Kontrolle ist fein vom jeweiligen Veranstalter abgestimmt. Hier gilt es auf einen etablierten Veranstalter zu setzen, da die Jungs das erhöhte Eintrittsgeld mitbringen. Der bekannte Gastgeber Tom, der schon seit 2005 mit dem Hurenmarkt eine feste Größe in dieser Welt ist, richtet auch die Nacht der O aus – mit Stil, Strenge und einer leisen Sinnlichkeit, die den Raum durchzieht, noch bevor die Kleider fallen. Für uns O’s gelten oben genannte Regeln. Sie sind klarer, strenger als jene für klassische Subs. Hier geht es nicht nur um Rollen – sondern um Haltung.

Bereits die Anfahrt zur Location war für mich ein Akt der Einstimmung: Ich trug kaum etwas, einen Hauch von Stoff, keine Unterwäsche – und spürte, wie mein Körper sich unter dem dünnen Stoff zu regen begann. Die Fahrt war wie ein stilles Vorspiel. Ich war bereit. Nach der Ankunft wurden wir gebeten uns zu trennen. Die Herren nahmen in einem Salon Platz, ließen sich Getränke reichen. Wir Frauen wurden in einen schönen Raum geführt – unter uns: Ich stand unter ihnen und wie üblich schnatterten wir. Viele fast nackt, bis auf einen langen schwarzen Umhang. Alle völlig entspannt und einige Mädels waren so dermaßen sexy, jung und geil. Und nach meiner Meinung werden die Frauen immer jünger. Die Luft vibrierte als der Gong ertönte.

Der Zeremonienmeister eröffnet die Nacht der O

Dann begann die Einführung. Der Zeremonienmeister rief die ersten fünf Frauen und führte sie hinaus. Mit einem Hauch von theatralischer Musik betraten wir den dunklen Raum der Männer. Der Umhang glitt nach Ansage zu Boden. Fünf Frauen, fast nackt, präsentierten sich – nicht wie Objekte, sondern wie Angebote. Alles kann, aber gar nichts muss. Es war eine stille Kunstform mit Knistern in der Luft. Diese Vorstellung wiederholte sich, bis jede Frau gesehen worden war. Anfassen ist erlaubt. Ich wartete derweil mit anderen oben in den Spielzimmern. Normalerweise sollten wir eher bedächtig ruhig sein, aber daran hielt sich niemand.

Dann erklang die Glocke – und damit begann das eigentliche Spiel. Wir stellten uns bei den zugewiesenen Spielräumen oder Gegenständen wie dem Andreaskreuz auf. Die Männer kamen zu uns. Ihre Schritte auf dem Parkett waren wie Herzschläge. Berührungen folgten bald. Ich verlor mich in Momenten und war schrecklich aufgeregt. Ich schenkte meine Lust, empfing sie, tauschte kleine Blicke, obwohl ich sie nicht heben durfte. Ich nahm vieles in den Mund und habe sicher drei Schwänze geblasen, was mir gereicht wurde – ich wurde genommen, gehalten, geführt. Alles geschah in einem sicheren Rahmen. Wild, aber nie chaotisch. Für mich war es mehr als nur geil.

Nach einer Weile wurde die Zeremonie unterbrochen – wir aßen im Speisesaal. Nackt, aber nicht schutzlos. Schweigend oder grinsend, voller Leichtigkeit. Ein Moment der Ruhe und Kräftigung – für Körper und Geist. Gegen Mitternacht begann Runde zwei. Jetzt trugen wir Frauen alle eine Augenbinden. Eine O sieht nicht – sie spürt. Wartend kniete ich auf einem Kissen im Bett. Ich wusste nicht, wer mich wählen würde. Ich wusste nur, dass ich offen für den nächsten Penis war. Am liebsten für einen Großen. Für Berührung und Führung. Für das, was kommen mochte. Nach ungefähr dreißig Minuten beendete mein Mann das Spiel. Er selbst hatte sich auch kräftig am Angebot bedient. Später führte mich mein Mann in einen sicheren Bereich. Wir waren allein. Und doch nicht mehr dieselben wie vorher. Mehrfach gefickt und benutzt traten wir weit nach Mitternacht den Heimweg an. Um eine Erfahrung reicher, glücklich und zufrieden. Und ich wusste was nun kam. Er würde mir seinen Stolz und seine Liebe nochmals zu Hause im letzten Fick beweisen. Meine Liebe gilt jedoch weiter dem Hurenmarkt. Fast keine Regeln, völlig entspannt, ich kann mich mit jedem unterhalten und jeder kann sein wie er will. Zudem tanze und schmuse ich auch gerne mit anderen Frauen.

Bild mit Spreizstange an hochhackigen Pumps auf edlem Teppich

Bilder: von Onlyfluff Productions

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